Newsletter des Zentrums zur Förderung des Nichttötens - Juni 2009
"Nonkilling Deutschland" nimmt seine Arbeit auf
Mainz (7. Juni 2009) - Ist eine nicht tötende Gesellschaft möglich? Mit dieser Frage beschäftigt sich das Buch "Nonkilling - Wissenschaft von der nicht tötenden Gesellschaft" des Politologen Professor em. Glenn Paige aus Hawaii, das 2002 erstmals erschienen und seit Kurzem auch auf Deutsch erhältlich ist. In diesem monatlichen zweisprachigen Newsletter, der mit dieser Ausgabe beginnt, werden Hintergründe und weltweite Aktivitäten beleuchtet, die das Nichttöten betreffen. In diesem Monat geht es um folgende Themen: Die Eröffnung des deutschen Zentrums, die Feier zum Erscheinen der Buchübersetzung, das "Center for Global Nonkilling" in Hawaii, die "School of Nonkilling Studies", das Nonkilling Art Festival und Petra-Kelly-Forschung. Der Tipp des Monats verweist auf ein intelligentes und unterhaltsames Audio von Sir Ken Robinson (in englischer Sprache). Zu jedem Newsletter gehört ein Pressefoto, in dieser Ausgabe ist es ein Bild des Buchcovers "Nonkilling - Wissenschaft von der nicht tötenden Gesellschaft", die deutsche Fassung: http://img.pte.at/photo_db/hi_res/hires38664.jpg
Das Zentrum zur Förderung des Nichttötens - Nonkilling Deutschland (ZFNND)
Das ZFNND wurde im Mai 2009 von Anis Hamadeh und Sabine Yacoub in Mainz gegründet und strebt an, ein gemeinnütziger Verein zu werden. Ausgangspunkte sind das Nonkilling-Buch und die zweisprachige Website www.nonkilling.de. Die Arbeit des Zentrums besteht aus Öffentlichkeitsarbeit, Forschung und Vernetzung, in enger Partnerschaft mit dem amerikanischen Center for Global Nonkilling. Wer sich für Nonkilling Deutschland interessiert und mitmachen möchte, kann zum Beispiel Organisationen in Deutschland sammeln, die sich für das Nichttöten einsetzen. Vielleicht kennt sich jemand aus mit Quellen für Tötungs-Statistiken oder mit Maßnahmen, die in die Richtung einer tötungsfreien Gesellschaft weisen. Gesucht werden auch Vorbilder in der Politik und der Öffentlichkeit. Wer gern übersetzt, kann Texte von der amerikanischen Website oder Wikipedia ins Deutsche bringen. Hier ist auch der Ort, um relevante Forschung aus allen Bereichen der Wissenschaft vorzustellen, eigene und die anderer. Wer gern Medien- und Öffentlichkeitsarbeit macht, kann Umfragen und Info-Material in der Presse, der Politik und Akademia vorbereiten oder die Medien auf Hinweise untersuchen. Für Künstler gibt es das Art Festival, siehe dazu den Artikel unten. Es gibt viele Ansatzpunkte. Mach mit! Kontakt:
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Feier zur Veröffentlichung der deutschen Ausgabe
Am Freitag, dem 29. Mai, fand die Feier anlässlich der Veröffentlichung von "Nonkilling - Wissenschaft von der nicht tötenden Gesellschaft" statt. Das Buch war am Montag zuvor von der Druckerei ausgeliefert worden. Es handelt sich um die 17. Sprache, in die das Buch übertragen wurde, nach Tamil, Hindi, Singhalesisch, Spanisch, Urdu, Russisch, Französisch, Mongolisch, Galicisch, Portugiesisch, Arabisch, Filipino, Kisuaheli, Malayalam, Koreanisch und Thai. Damit erreicht das Buch eine potenzielle Leserschaft von über vier Milliarden Menschen. Siehe alle Cover unter www.nonkilling.org/node/18 . Zur Feier im Restaurant Diwan auf dem Mainzer Campus kamen etwa zwanzig Gäste. Mehrere Leute bauten Sabines Bild "Gaza I" draußen auf, siehe Fotos unter www.nonkilling.de/cms/de/fotogalerie.html und alle aßen die besten Falafil der Stadt. Dann erklärte Anis, wie es zu der Buchübersetzung kam und der 40-min-Film "Nonkilling. A Better Way" von Rich Panter aus Kalifornien wurde gezeigt, mit deutschen Untertiteln. Die Anwesenden sprachen danach noch über den Film und der Abend endete in kleinem Kreis mit der Gitarre.
Das Center for Global Nonkilling, Hawaii
"Den Wandel hin zum messbaren Ziel einer tötungsfreien Welt unterstützen" - dafür ist das Center for Global Nonkilling (CGNK) gedacht, siehe www.nonkilling.org . Das Center ist neu, erst im Dezember 2008 wurde es gegründet, ein Jahr nach dem ersten "Global Nonkilling Leadership Forum". Internationale Wissenschaftler und Gelehrte aus allen Fachbereichen kommen hier zusammen, ergänzt durch Friedensnobelpreisträger, Politiker und Aktivisten, um die Möglichkeiten für nicht tötende Gesellschaften zu untersuchen und zu fördern. Zu den Projekten des Centers gehört ein Arbeitsmodell "Nonkilling Hawaii", das Themen aus Hawaii mit Tötungsbezug erforscht. Eine globale Monitoring-Initiative strebt danach, ein weltweites Netzwerk aus Kollegen und Unterstützern aufzubauen, die Informationen über das Töten und das Nichttöten aus der ganzen Welt zusammentragen. Außerdem leitet das CGNK eine globale Kampagne für Nonkilling und ein Nonkilling-Leadership-Projekt. Auch Bildungsprojekte gehören zum Ganzen. Nonkilling-Forschungskomitees zu verschiedenen Wissensgebieten bilden einen Rahmen, um interdisziplinäre wissenschaftliche Belege für die Möglichkeit nicht tötender Gesellschaften zu finden. Diese Komitees tragen zu Forschungs-Agendas bei, zu akademischen Veranstaltungen, Kursen und Veröffentlichungen. Werkzeuge wie der YouTube-Channel www.youtube.com/globalnonkilling illustrieren die Ziele und die Arbeit des Centers. Viele Publikationen können von der Website heruntergeladen werden und man findet hilfreiches Arbeitsmaterial online in der "School of Nonkilling Studies", siehe dazu den nächsten Artikel.
Die "School of Nonkilling Studies"
Das Center in Hawaii hat die "School of Nonkilling Studies" ins Leben gerufen, in der Wikiversity: http://en.wikiversity.org/wiki/School:Nonkilling_studies . Wikiversity ist ein Wikimedia-Stiftungsprojekt, bei dem es um Lernmittel, Lernprojekte und Bildungsforschung von der Vorschule bis zur Universität geht, inklusive Berufsausbildung und informelles Lernen. Im interdisziplinären Programm der "School of Nonkilling Studies" gibt es Kurse wie "Nonkilling-Politikwissenschaft", "Nonkilling-Anthropologie", -Linguistik, -Philosophie, -Humanbiologie, -Historiografie, -Psychologie, -Physik und "Nonkilling-Mathematik". Ein zweites Programm ist nicht tötenden spirituellen Traditionen gewidmet, mit Kursen über das Nichttöten in den großen Weltreligionen und Glaubensgemeinschaften wie dem Islam, dem Hinduismus, dem Buddhismus, Jainismus oder Voodoo. Ein drittes Programm betrifft die Entwicklung von Nonkilling-Führerschaft mit Lektionen z.B. von Leo Tolstoi, Mahatma Gandhi, Abdul Ghaffar Khan, Martin Luther King, Jun., Petra Kelly, Guillermo Gaviria und Ronald Mallone. Diese Basisprogramme dienen der Ausbildung einer ersten Gruppe von Alumnis, die zu weiterer aktiver Beteiligung an der Förderung von Nonkilling-Wissen anregen.
Nonkilling Art Festival
Das Nonkilling Art Festival unter www.nonkilling.de/cms/de/art-festival.html lädt alle Künstlerinnen und Künstler ein, sich mit dem Thema zu beschäftigen und das Konzept durch Kunst zu bereichern. Dem Thema angemessen ist eine "deadline" für die Einreichung von Beiträgen nicht vorgesehen. Zwei erste Einträge sind bereits im Netz: Nonkilling-Gedichte von Professor Francisco Gomes de Matos, einem Friedenslinguisten aus Recife in Brasilien, und Sabine Yacoubs animiertes Gif, ein sehr direkter, Zen-artiger Beitrag.
Petra-Kelly-Forschung
Die Politikerin Petra Kelly (1947-1992) war eine der wichtigsten Anwälte für die Idee des Nichttötens in Deutschland. Sieben Mal wird sie in Professor Paiges Buch erwähnt und die beiden haben sich persönlich gekannt. Heute gibt es wenig in Deutschland, das an ihre Gedanken erinnert. Es gibt eine Stiftung, einen Preis und ein Archiv mit ihrem Namen, unter dem Dach der Heinrich-Böll-Stiftung, doch haben sich die Grünen im Ganzen von Kellys Ansätzen wegentwickelt. Zusätzlich wurde ihr Lebenswerk durch den Mord überschattet. Es gibt kaum Bücher über sie oder von ihr auf dem Markt und man findet so gut wie keine Videos im Netz. Deshalb hat das Zentrum zur Förderung des Nichttötens - Nonkilling Deutschland eine eigene Rubrik für Petra-Kelly-Forschung. Ein guter Ausgangspunkt ist hier: http://en.wikiversity.org/wiki/Nonkilling_Leadership_Lessons_from_Petra_Kelly
Tipp des Monats
Wie kann man sich eine nicht tötende Gesellschaft vorstellen? Sir Ken Robinson hat dazu einige sehr intelligente Bemerkungen (in englischer Sprache): www.ted.com/index.php/talks/ken_robinson_says_schools_kill_creativity.html - Es handelt sich um eine 20-Minuten-Live-Bühnenshow aus Monterey in Kalifornien vom Februar 2006, Video und mp3-Download (auch hoch auflösendes mp4-Videoformat). Selbstbeschreibung: "Sir Ken Robinson setzt sich auf unterhaltsame und tief bewegende Art für die Schaffung eines Bildungssystems ein, das Kreativität fördert (statt es zu unterminieren)." Hintergrund der TED-Konferenz, Selbstbeschreibung: "TED steht für Technologie, Entertainment, Design. Es begann 1984 als Konferenz, die Menschen aus diesen drei Welten zusammenbrachte. Im Laufe der Zeit ist sein Spektrum immer größer geworden." - Dank an die Künstlerin Amal Kaawash in London für den Link. Amal macht - neben anderen Dingen - diese wundervollen minimalistischen Zeichnungen, siehe www.meiroun.blogspot.com
Termine
28.Juni: Professor Paiges 80. Geburtstag / 12.-16. Juli: "Nonkilling Political Science: Critical Evaluation" Podiumsdiskussion beim 21. Weltkongress der Politikwissenschaft, ausgerichtet von der Internationalen Vereinigung der Politischen Wissenschaft (IPSA) in Santiago de Chile / 2.-15. August: Universität Hamburg, Sommer-Akademie "Young Scientists Cooperate for Peace", www.znf.uni-hamburg.de/scoop.html
Der Newsletter des Zentrums zur Förderung des Nichttötens - Nonkilling Deutschland (ZFNND) erscheint monatlich auf der Website www.nonkilling.de auf Deutsch und Englisch. V.i.S.d.P. ist Anis Hamadeh in Mainz. Konakt und kostenloses Email-Abo unter Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können.






