Newsletter des Zentrums zur Förderung des Nichttötens - Oktober 2009

Erste globale "Nonkilling Leadership Academy" beendet

(Honolulu, 21.10.2009) Dieser Newsletter entstand in Hawaii, wo soeben die erste globale “Nonkilling Leadership Academy” erfolgreich zuende gegangen ist, siehe den Aufmacherartikel unten. Das nächste Highlight folgt in Kürze: Professor Glenn Paige und seine Frau Glenda werden am 11. November in Berlin sein und zusammen mit einigen anderen Gästen, darunter Friedensnobelpreisträgerin Mairead Maguire aus Nordirland und Professor Ekkehart Krippendorff, an einem Abend zum Thema Nonkilling teilnehmen. Außerdem in dieser Ausgabe: eine Kurzbesprechung des vor Kurzem erschienenen Buchs “Toward a Nonkilling Paradigm” mit Beiträgen aus 14 Fachrichtungen (Hrsg. Joam Evans Pim), ein programmatischer Essay mit dem Titel “Deutschland tötet nicht mehr – oder? Ein Situationsbericht” sowie einige Anregungen für interessierte und engagierte Leserinnen und Leser, die sich am Projekt Nonkilling beteiligen möchten. Das Pressefoto des Monats zeigt die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Seminars in Honolulu und ist zu finden unter www.nonkilling.de/cms/images/stories/2009/0910.jpg

Nonkilling-Seminar in Honolulu
Vom 4.-16. Oktober kamen zwölf Friedensarbeiter aus aller Welt mit dem Leadership Team des Nonkilling-Centers zusammen, um sich auszutauschen, Vorträge zu hören, Analysen zu studieren und Ausflüge zu mehreren lokalen Örtlichkeiten zu unternehmen, wie dem Mausoleum von Königin Lili'uokalani, der Kualoa Ranch, dem Wai'oli Tea Room, dem Iolani-Palast, Pearl Harbor, den Ma'o Farms und Kailua Beach. Via Skype sprachen wir unter anderen mit Martin Luther Kings engem Freund und Weggefährten Bernard LaFayette, mit James Mercy von den Centers for Desease Control and Prevention CDC und mit dem kolumbianischen Sänger Juanes, der uns mitteilte, wie gern er selbst an dem Seminar teilgenommen hätte, was leider nicht möglich war. Er begleitet uns aber dennoch stets in Gedanken und Taten. Die Seminare fanden im East-West-Center auf dem Campus statt und wir waren gleich nebenan gut untergebracht. Das Programm war sehr intensiv, begann um 8 Uhr am Morgen und dauerte bis zum gemeinsamen Abendessen, zumeist in einem der Restaurants auf der Insel. Die Tage waren also gut gefüllt mit Aktivitäten, zu denen natürlich auch Zeiten der Erholung und des Spaßes gehörten. - Fortsetzung hier: www.nonkilling.de/cms/de/pressemitteilungen/91-honolulu.html

Ein Abend in Berlin mit Glenn Paige und Gästen
Nonkilling - Perspektiven für nicht tötende Gesellschaften. Ein Abend mit Professor Glenn Paige (Hawaii), Mairead Maguire (Nordirland) und Gästen. Termin: Mi, 11. Noveämber 2009, 19:30 Uhr, Haus der Demokratie, Berlin, www.hausderdemokratie.de. Anlässlich der Feierlichkeiten zum Jahrestag des Mauerfalls und des jährlichen Treffens der Friedensnobelpreisträger werden Professor Paige (www.nonkilling.org) und Nobelpreisträgerin Mairead Maguire (www.peacepeople.com) in Berlin sein und an einer Veranstaltung zum Thema Nonkilling teilnehmen. Weitere Grußworte und/oder Reden kommen von Professor Ekkehart Krippendorff und der Petra-Kelly-Weggefährtin Eva Quistorp. Die Moderation übernimmt Anis Hamadeh, Übersetzer des Buches und Initiator des deutschen Zentrums zur Förderung des Nichttötens, www.nonkilling.de. Er wird zudem über das internationale Oktober-Seminar in Honolulu berichten. Ebenfalls im Programm ist ein 40-minütiger Dokumentarfilm mit deutschen Untertiteln zum Thema sowie eine Signierstunde des Nonkillingbuchs. Die obigen Informationen sind vorläufig, bitte sehen Sie etwaige Updates auf der Website www.nonkilling.de. Die gesamte Pressemitteilung mit Kontaktadresse steht unter www.nonkilling.de/cms/de/pressemitteilungen/90-1111.html

Buchbesprechung: Toward a Nonkilling Paradigm
“Toward a Nonkilling Paradigm” (2009), 388 S., hrsg. von Joam Evans Pim (Center for Global Nonkilling) enthält 18 Essays aus 14 akademischen Disziplinen und ist jetzt in englischer Sprache online erhältlich unter www.nonkilling.org/pdf/volume_toward.pdf. Der Sammelband zeigt mit aller Klarheit, dass die Suche nach Möglichkeiten für eine nicht tötende Welt ein fassbares und auf jeden Fall realistisches Unternehmen ist. In dem Buch zeigen Wirtschaftswissenschaftler auf, dass eine nicht tötende Wirtschaft profitabler ist als die traditionelle Ökonomie, ein Ethnologe stellt klar, dass nicht tötende Gesellschaften existiert haben und existieren, ein früherer Direktor der “US Defense Threat Reduction Agency” argumentiert, dass die Idee einer nicht tötenden Zukunft unwiderstehlich ist, und Historiker, Philosophen, Linguisten, Mathematiker, Physiker, Psychologen, Künstler, Biologen, Ingenieure, Geografen und ein Experte aus dem Gesundheitswesen tragen ihre Beiträge hier zusammen. Man lese nur Joam Evans ausgewogene 20-seitige zusammenfassende Einleitung “A New Nonkilling Paradigm Emerges” und entscheide dann selbst, ob dieses globale Unternehmen einen Sinn ergibt und unterstützendwert ist. 

Deutschland tötet nicht mehr – oder? Ein Situationsbericht
(Von Anis Hamadeh) Ist das Töten in Deutschland ein Problem? Bei der Befragung einiger Dutzend deutscher  Studentinnen, Journalisten, Verkäuferinnen, Lehrer, Nachbarn und Bekannten (unter Ausschluss expliziter Friedensaktivisten) fand ich Folgendes heraus: Die meisten Befragten überlegten eine ganze Weile, für viele kam die Frage unerwartet und überraschend. Die Antworten waren individuell und nicht homogen, doch ließen sich Trends erkennen: die Ablehnung des Tötens einerseits und die Feststellung, dass das Töten von Menschen in anderen Ländern ein weitaus größeres Problem darstelle als im liberalen Deutschland, andererseits. Besonders wegen seiner Geschichte sei Deutschland gewissermaßen geläutert, eingebunden in den Westen und Europa und besonders sensibilisiert. Einzig der Krieg in Afghanistan wurde von mehr als der Hälfte der Befragten als konkretes Problem erkannt, vor allem wegen des Vorfalls am 4. September, als bei einer Militäraktion mehr als hundert Afghanis auf deutschen Befehl zu Tode kamen. - Siehe den ganzen Essay unter http://www.nonkilling.de/cms/de/pressemitteilungen/89-essay.html

Möglichkeiten, sich am Nonkilling-Projekt zu beteiligen
Wer sich von der Arbeit unseres Zentrums angesprochen fühlt und sich beteiligen möchte, kann sich unter info (at) nonkilling.de melden und alles weitere besprechen. Das deutsche Zentrum ist noch in der Anfangsphase mit wenigen Mitarbeitern. Da ist viel Platz für eigene Ideen. Am wichtigsten sind derzeit Übersetzer (aus dem Englischen) und Leute, die die Medien und Akademia nach Material und Anregungen durchforsten. Kontakte zu akademischen Einrichtungen und Forscherinnen sind ebenfalls wichtig sowie Leute, die Petra Kellys Erbe weitertragen möchten. Der Infoflyer unter www.nonkilling.de/cms/images/stories/2009/flyer.pdf ist ebenfalls noch aktuell und enthält weitere Anregungen. Wir freuen uns über jede Rückmeldung und grüßen bei dieser Gelegenheit auch alle Kolleginnen und Kollegen im Ausland, die den Newsletter in englischer Sprache mitverfolgen können. Für eine Welt ohne Töten!

Termine
Mi, 11. November 2009, 19:30 Uhr: Nonkilling - Perspektiven für nicht tötende Gesellschaften. Ein Abend mit Professor Glenn Paige (Hawaii), Mairead Maguire (Nordirland) und Gästen. Ort: Haus der Demokratie, www.hausderdemokratie.de, Berlin

Zitat des Monats
“Beim Plädoyer für eine nicht tötende Gesellschaft streben wir nicht nach dem Nirvana, sondern nach dem Überleben. Darin können wir alle ein gemeinsames Anliegen finden.” - Stephen M. Younger, Früherer Direktor der “U.S. Defense Threat Reduction Agency. Aus: Vorwort von “Toward a Nonkilling Paradigm”, hrsg. von Joam Evans Pim (2009), S. 12

Der Newsletter des Zentrums zur Förderung des Nichttötens - Nonkilling Deutschland (ZFNND) erscheint monatlich auf der Website www.nonkilling.de auf Deutsch und Englisch. V.i.S.d.P. ist Anis Hamadeh in Mainz. Kontakt und kostenloses Email-Abo unter info (at) nonkilling.de

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