Nonkilling-Seminar in Honolulu

Aktualisiert (Dienstag, 30. November 1999 um 00:00 Uhr) Geschrieben von: Anis Hamadeh Mittwoch, 21. Oktober 2009 um 04:01 Uhr

Vom 4.-16. Oktober kamen zwölf Friedensarbeiter aus aller Welt mit dem Leadership Team des Nonkilling-Centers zusammen, um sich auszutauschen, Vorträge zu hören, Analysen zu studieren und Ausflüge zu mehreren lokalen Örtlichkeiten zu unternehmen, wie dem Mausoleum von Königin Lili'uokalani, der Kualoa Ranch, dem Wai'oli Tea Room, dem Iolani-Palast, Pearl Harbor, den Ma'o Farms und Kailua Beach. Via Skype sprachen wir unter anderen mit Martin Luther Kings engem Freund und Weggefährten Bernard LaFayette, mit James Mercy von den Centers for Desease Control and Prevention CDC und mit dem kolumbianischen Sänger Juanes, der uns mitteilte, wie gern er selbst an dem Seminar teilgenommen hätte, was leider nicht möglich war. Er begleitet uns aber dennoch stets in Gedanken und Taten. Die Seminare fanden im East-West-Center auf dem Campus statt und wir waren gleich nebenan gut untergebracht. Das Programm war sehr intensiv, begann um 8 Uhr am Morgen und dauerte bis zum gemeinsamen Abendessen, zumeist in einem der Restaurants auf der Insel. Die Tage waren also gut gefüllt mit Aktivitäten, zu denen natürlich auch Zeiten der Erholung und des Spaßes gehörten.

 
All diese unterschiedlichen Teilnehmerinnen und Teilnehmer hatten eine interessante Geschichte, die sie mit der Gruppe teilen konnten. Peewee aus Liberia, der mit dem Carter-Center arbeitet, zeigte uns einen bewegenden Film darüber, wie es liberianischen Frauen gelungen ist, den blutigen Bürgerkrieg in ihrem Land zu beenden. Baen aus Thailand zeigte uns auch ein Video, es ging um die Situation von Muslimen in ihrem Land, wo Menschen plötzlich verschwinden können und niemand weiß, was mit ihnen geschehen ist. Sie, ihre Mutter und andere Aktivisten sind engagiert im gewaltlosen Kampf für die Gleichberechtigung aller. Lubna aus Palästina berichtete über ihre Erfahrungen als Friedensaktivistin für die Gleichberechtigung in Palästina/Israel, einem Ort schwerer Menschenrechtsverletzungen und unilateraler gewaltsamer Politik. Sie sprach auch über die Free-Gaza-Bewegung, zu der sie gehört.
Prisca aus Italien hat das Nonkillingbuch ins Italienische übersetzt und arbeitet mit verschiedenen Nichtregierungsorganisationen in ihrem Land, um eine Kultur des Friedens zu fördern, wie es auch Anis aus Deutschland in seinem Land tut. Pamela erzählte uns etwas über die Situation in Kenia, wo sie als Lehrerin arbeitet, mit einem wachen Auge auf die soziale und politische Situation dort. Ein dritter afrikanischer Teilnehmer war Sidi, der für die Vereinten Nationen arbeitet und viel reist. Er kommt aus Westsahara, einem kleinen Land, das zu 80 % von Marokko besetzt und ausgebeutet wird. Joeven von den Philippinen teilte einige tragische Geschichten mit uns über Tötungen in ihrem Land. Früher war sie selbst Teil einer bewaffneten Gruppe, bis sie die Notwendigkeit von nicht tötenden Gesellschaften erkannt hat und damit begann, als engagierte Friedensaktivistin zu arbeiten.
Brad war der hawaiische Teilnehmer des Seminars, ein junger Student, der gern mit dem Kanu unterwegs ist und uns vieles über die örtlichen Gegebenheiten erzählen konnte. Ebenfalls wohnhaft in Hawaii ist Saiful, der aus Bangladesch stammt, ein aufgeschlossener und intelligenter junger Mann. Zena aus Michigan ist ursprünglich Libanesin und erzählte uns von ihrer Arbeit als Beraterin der US-Armee in kulturellen Angelegenheiten und von der schwierigen Situation von Muslimen und Arabern in den USA, die sie mit ihren Aktivitäten verbessern möchte. Shalu aus Delhi in Indien arbeitet zu verschiedenen Themen im Bereich ziviler Angelegenheiten in ihrem Land.
Die Akademie gab diesen sehr unterschiedlichen Individuen die Gelegenheit, mehr über die Möglichkeiten von Nonkilling zu lernen und formte damit eine Pioniergruppe von aktiven Friedensarbeitern, die jetzt ein Netzwerk für weitere Zusammenarbeit bilden, inspiriert von zwei Wochen akademischen Abenteuers. Professor Paige und seine Frau Glenda waren bei den meisten Veranstaltungen anwesend und sie nahmen uns mit zu einem koreanischen Tempel und zu anderen Orten. Das Seminar war gedacht als lebensverändernde Erfahrung für alle Beteiligten und das war es in der Tat. Einiges mehr ist in englischer Sprache nachlesbar unter http://non-killing.net/academy. Videos und Fotos werden bald ebenfalls zu sehen sein, siehe dazu in den kommenden Wochen die Website www.nonkilling.org.

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